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/ Taschentuch (9/9)
Die Schwester von vorher kam nochmals zu uns. Sie hatte Feierabend, wollte aber noch mal nach mir sehen. Sie versicherte mir, daß meine Freundin bestens versorgt ist, und daß es doch am besten wäre, wenn ich mich zu Hause ausruhen würde, da ich im Krankenhaus sowieso nichts für meine Freundin tun und sie auch erst am nächsten Tag sehen könnte. Ich hatte nicht mehr das Gefühl alleine für meine Freundin gegen die ganze Welt kämpfen zu müssen und sah, daß die Schwester Recht hatte. Ich entschuldigte mich bei ihr dafür, wie ich sie vorher behandelt hatte. Doch sie schüttelte den Kopf und winkte ab, als gäbe es gar nichts für das ich mich entschuldigen bräuchte. Meine Einladung zusammen etwas in dem Bistro gegenüber des Krankenhauses zu trinken, nahm sie aber gerne an. Der Mann mit den Taschentüchern wollte nicht mitkommen, und so verabschiedete ich mich von ihm.
Als ich abends endlich zu Hause in meinem Bett lag machte ich mir zwar noch Sorgen um das Befinden meiner Freundin und ich hatte auch noch immer Angst davor, daß sie irgendwann einmal in der Hölle landen könnte. Aber auf Grund des Gespräches mit dem Mann, dessen Taschentücher ich alle vollgeschneutzt hatte, habe ich einen neuen Gedanken tief in mir drinne. Dieser Gedanke sagt mir, daß Gott nicht gegen mich und meine Freundin arbeitet, sondern mit mir für meine Freundin kämpft. Und ich habe jetzt die neue Hoffnung, daß sich meine Freundin von Gott helfen und heilen läst.
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